Tim erwacht in seiner eigenen Minecraft-Welt und erlebt ein ruhiges Abenteuer in seiner prächtigen Burg.
Podcast auf toknow hörenEs war einmal ein kleiner Junge namens Tim, der das Bauen über alles liebte. Wenn die Sonne langsam hinter den Häusern versank und das Licht in seinem Zimmer weicher wurde, saß er oft an seinem Tisch und erschuf Welten. In diesen Welten gab es keine Grenzen. Es gab nur bunte Blöcke, tiefe Höhlen und die schönsten Burgen, die man sich vorstellen konnte. In dieser Nacht fühlte sich Tims Kissen besonders weich an. Es war wie eine Wolke, die ihn sanft davon trug. Während er tief ein- und ausatmete, begann sein Traum Doch es war kein gewöhnlicher Traum Er spürte, wie der Duft von frischem Gras in seine Nase stieg Aber es roch nicht wie das Gras in seinem Garten Es roch nach Abenteuer und nach frisch gesetzten Erdglöcken Tim öffnete die Augen und blinzelte in ein helles, warmes Licht Er lag nicht mehr in seinem Bett Er lag auf einer Wiese, die so grün war, wie er es noch nie gesehen hatte. Er setzte sich vorsichtig auf und schaute an sich herab Seine H waren nicht mehr rund und weich Sie waren eckig Er trug ein hellblaues Hemd und eine dunkle Hose Er lachte leise, denn er wusste sofort, wer er war. Er war Steve. Er schaute zum Himmel und sah eine Sonne, die wie ein perfektes, leuchtendes Quadrat aussah. Die Wolken zogen langsam wie weiße Rechtecke über das tiefe Blau. Alles war ruhig. Ein sanfter Wind wehte durch die eckigen Blätter der nahen Eichenbäume. Die Blätter raschelten leise wie das Umblättern eines alten Buches. Tim stand auf und spürte den festen Boden unter seinen Füßen. Er wusste genau, wo er war. Das war seine Welt. Die Welt, die er Block für Block erbaut hatte. Und dort oben, auf dem großen Hügel, thronte sein Meisterwerk. Seine riesige Burg aus grauem Stein und glitzerndem Glas. Sie sah im Licht der quadratischen Sonne noch viel schöner aus als auf seinem Bildschirm. Er machte sich auf den Weg, Schritt für Schritt durch das hohe, pixelige Gras, und fühlte sich so frei wie nie zuvor.
Der Weg zu seiner Burg war gesäumt von kleinen Blumen. Es gab rote Mohnblumen und blaue Kornblumen, die alle perfekt geformt waren. Tim erreichte die großen Tore seiner Festung. Die Tore waren aus schwerem, dunklem Fichtenholz gebaut und mit eisernen Beschlägen verziert. Als er sie berührte, schwangen sie lautlos auf. Er trat in den großen Innenhof. Hier war alles genau so, wie er es geplant hatte. In der Mitte plätscherte ein Brunnen Das Wasser war so klar, dass man die blauen Steine am Grund zählen konnte Das Geräusch des Wassers war beruhigend und stetig Tim ging die breiten Steintreppen hinauf zu den Zinnen Von hier oben konnte er weit über das Land sehen Er sah die Wälder, die kleinen Flüsse und die fernen Berge mit ihren schneebedeckten Gipfeln Er fühlte sich stolz Er war der K dieser Welt der Erbauer dieses sicheren Ortes Die Burg f sich warm an denn die Steine hatten den ganzen Tag die Sonne gespeichert Er strich mit seiner eckigen Hand die Mauer Er spürte die feine Struktur des Bruchsteins. Doch plötzlich bemerkte er etwas Seltsames. An der großen Westmauer, dort, wo die goldenen Banner im Wind wehten, fehlte ein Block. Es war nicht irgendein Block. Es war der Eckstein, der den großen Turm hielt. Tim wunderte sich. Er hatte diesen Block doch erst gestern fest verbaut. Wer hätte ihn wegnehmen können? In dieser Welt war er doch eigentlich allein. Ein leises Geräusch ließ ihn aufhorchen. Es war ein tiefes, vibrierendes Brummen. Es klang fast wie ein Flüstern, das im Wind verwehte. Tim spürte eine sanfte Gänsehaut auf seinen eckigen Armen. Er wusste, dass er nicht mehr allein war. Irgendetwas war in seiner Burg, etwas, das leise war und sich in den Schatten bewegte.
Die quadratische Sonne begann nun zu sinken. Der Himmel verfärbte sich in ein sanftes Violett und ein tiefes Orange. In Minikraft geht das Licht schnell, und bald funkelten die ersten Sterne als kleine, helle Punkte am Firmament. Tim holte eine Fackel aus seinem Gürtel. Mit einem leisen Zischen entzündete sie sich und verbreitete ein warmes, gelbes Licht. Er ging langsam den Wehrgang entlang. Da sah er es. Ein Schatten, viel länger und dünner als ein gewöhnlicher Mensch Die Gestalt stand am Ende des Ganges, direkt neben der Lücke in der Mauer Es war ein Endermann Er war so groß, dass sein Kopf fast die Decke berührte Seine Haut war so schwarz wie die tiefste Nacht und um ihn herum tanzten kleine, violette Partikel wie winzige Glühwürmchen In seinen langen, dünnen Händen hielt er den fehlenden Steinblock Der Endermann bewegte sich nicht. Er starrte mit seinen leuchtend violetten Augen in die Ferne. Tim erinnerte sich an alles, was er über diese Wesen wusste. Man dürfte ihnen nicht direkt in die Augen schauen, sonst wurden sie unruhig. Tim senkte seinen Blick ein wenig und schaute auf die Füße des Endermanns. Er wollte nicht kämpfen. Er wollte seine Burg schützen, aber er wollte es mit Ruhe tun. Der Endermann gab wieder dieses brummende Geräusch von sich Es klang traurig, fast so, als würde er etwas suchen Tim merkte, dass der Endermann den Block nicht gestohlen hatte, um ihn kaputt zu machen Er hielt ihm ganz vorsichtig fest, als wäre es ein kostbarer Schatz Tim atmete tief durch Er fühlte keine Angst, nur eine große Neugier Er wollte verstehen, warum dieser dunkle Gast ausgerechnet seine Burg besucht hatte Vielen Dank.
Tim machte einen vorsichtigen Schritt nach vorne. Das Klacken seiner Stiefel auf dem Stein halte leise wieder. Der Endermann gab ein kurzes, gurrendes Geräusch von sich und teleportierte sich ein paar Meter zur Seite. Es gab ein kurzes Faubgeräusch und violette Funken sprühten in der Luft. Aber er verschwand nicht ganz. Er blieb auf der Burgmauer stehen. Tim blieb stehen und sprach mit einer ganz leisen, sanften Stimme. Er sagte, dass dies sein Zuhause sei und dass er den Block brauche, damit der Turm nicht einstürzte Natürlich wusste er nicht, ob der Endermann ihn verstand, aber er wollte freundlich sein Tim hatte eine Idee Er öffnete sein Inventar und suchte nach etwas Besonderem Er fand einen Block aus reinem Obsidian, der im Mondlicht geheimnisvoll glänzte Er legte den Obsidianblock vorsichtig auf den Boden und trat ein paar Schritte zurück Der Endermann neigte seinen langen Kopf zur Seite. Die violetten Partikel um ihn herum schienen schneller zu tanzen. Langsam, ganz langsam, bückte sich das große Wesen. Er legte den gestohlenen Steinblock zurück in die Lücke der Mauer. Dann streckte er seine langen Arme aus und nahm den Obsidianblock entgegen. Ein tiefes, zufriedenes Brummendrang aus der Kehle des Endermanns. Es war ein Tausch. Ein Zeichen des Friedens. Der Endermann schaute Tim noch einmal kurz an, nicht bedrohlich, sondern fast dankbar Mit einem letzten, leisen Faub löste er sich in der Nachtluft auf Nur ein paar violette Funken blieben zurück, die langsam zu Boden schwebten und verloschen Die Mauer war wieder ganz Die Burg war sicher Tim spürte eine große Erleichterung und eine Wärme in seinem Herzen, die nichts mit den Fackeln zu tun hatte Vielen Dank.
Alles war wieder still in der großen Burg. Tim ging zurück in den Wohnturm. Dort hatte er sich ein Zimmer eingerichtet, mit einem großen, roten Bett aus weicher Wolle. Er löschte die Fackeln an den Wänden, bis nur noch das sanfte Licht des Mondes durch die Glasfenster schien. Er legte sich auf das Bett und schaute nach oben. Durch ein Dachfenster konnte er die Sterne sehen. Er dachte an den Endermann und daran, dass man manchmal keine Worte braucht, um sich zu verstehen. Er fühlte sich müde, aber es war eine gute Mühe Das Bauen und das Abenteuer hatten ihn schläfrig gemacht Die Welt der Blöcke begann langsam um ihn herum zu verblassen Das kräftige Grün der Wiesen und das Grau der Steine verschmolzen zu einem weichen Nebel Das tiefe Brummen des Endermanns verwandelte sich in das gleichmäßige Atmen eines schlafenden Jungen Tim spürte wieder sein eigenes, weiches Kissen unter seinem Kopf Die eckigen Hände wurden wieder klein und weich. Er war wieder in seinem Zimmer, in seinem Bett, unter seiner warmen Decke. Aber in seinem Geist trug er das Bild seiner Burg mit sich, die stolz und sicher im Mondlicht stand. Er wusste, dass er jederzeit dorthin zurückkehren konnte, wenn er die Augen schloss. Ein kleines Lächeln huschte über sein Gesicht, während er noch tiefer in seine Träume sank. Draußen am echten Himmel stand der Mond, rund und silbern und bewachte den Schlaf des kleinen Baumeisters Schlaf gut, Tim Deine Burg wartet auf dich, wenn die Sonne morgen wieder aufgeht Aber für heute ist alles getan Du bist sicher Du bist zu Hause Gute Nacht