Mediengestaltung Designkonzeption: Der Guide zur Abschlussprüfung

Eine umfassende Vorbereitung auf die Kernbereiche Design, Technik, Marketing und Recht für die Prüfung zum Mediengestalter Designkonzeption.

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Intro

Willkommen bei toknow. Heute beschäftigen wir uns mit den Inhalten der Abschlussprüfung für Mediengestalter in der Fachrichtung Designkonzeption. Das ist ein riesiges Feld, aber wir haben die wichtigsten Themen für euch so aufbereitet, dass ihr sicher in die Prüfung gehen könnt. Wir schauen uns heute folgende Kapitel an. Erstens, die Analysephase mit Briefing und Zielgruppen. Zweitens, die Konzeptionsphase und kreative Methoden. Drittens, die Gestaltungsgrundlagen von Typografie bis Layout. Viertens, die Welt der Farben und das Farbmanagement. Fünftens, technische Grundlagen und die Druckvorstufe. Sechstens, Marketinggrundlagen und Kommunikationstheorie. Und siebtens, rechtliche Aspekte wie Urheberrecht und Datenschutz. Schnappt euch einen Kaffee, wir legen direkt los mit der Vorbereitung auf euren Abschluss.

Die Analyse-Phase: Briefing und Zielgruppen

Bevor der erste Strich auf dem Papier landet, müssen wir verstehen, für wen wir eigentlich arbeiten. In der Prüfung wird oft verlangt, dass ihr eine IST-Analyse macht. Alles beginnt mit dem Briefing. Das Briefing ist das Dokument, das der Kunde euch gibt. Aber Achtung! Kunden wissen oft nicht genau, was sie brauchen. Deshalb ist das Re-Briefing so wichtig. Hier stellt ihr Rückfragen und fasst euer Verständnis des Projekts zusammen. Ein zentraler Begriff ist die Zielgruppe. Wer soll die Botschaft empfangen? Wir arbeiten hier oft mit Personas. Das sind fiktive Charaktere, die stellvertretend für einen Teil der Zielgruppe stehen. Statt zu sagen, wir sprechen alle zwischen 20 und 60 an, erstellen wir zum Beispiel die Persona Markus, 34 Jahre alt, Architekt, Achtet auf Nachhaltigkeit und nutzt hauptsächlich Instagram. Das hilft uns, die Gestaltung später genau auf diesen Nutzertyp zuzuschneiden. Denkt auch an die SWOT-Analyse. SWOT steht für Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threads. Also Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Wenn ihr ein Logo für ein neues Café entwerft, schaut ihr, was macht die Konkurrenz gut. Wo ist die Lücke am Markt? Diese Analyse bildet das Fundament für eure Designentscheidungen. Ohne Analyse ist Design nur Dekoration und das wollt ihr in der Prüfung unbedingt vermeiden.

Konzeption und kreative Methoden

Wenn die Analyse steht, gehen wir in die Konzeption. Hier müsst ihr zeigen, wie ihr von der Idee zum fertigen Entwurf kommt. Ein beliebtes Werkzeug in der Prüfung ist das Modeboard. Ein Modeboard ist eine Collage aus Bildern, Schriften, Farben und Materialien, die die emotionale Richtung des Designs vorgibt. Es dient der Abstimmung mit dem Kunden, bevor man viel Zeit in die Ausarbeitung steckt. Ein weiterer wichtiger Punkt sind kreative Techniken. Vielleicht nutzt ihr Brainstorming oder die Mindmap, um Themenfelder zu erschließen. Aber kennt ihr auch die 6-3-5-Methode? Sechs Teilnehmer schreiben drei Ideen in fünf Minuten auf. Das ist super für die Ideenfindung in Teams. In der Fachrichtung Designkonzeption müsst ihr auch Scribbles und Wireframes beherrschen. Ein Scribble ist eine grobe Handzeichnung, um die Aufteilung von Elementen zu testen. Wireframes sind dann schon technischer, fast wie ein Skelett für eine Website oder eine Broschüre, noch ohne Farben und Bilder, nur um die Struktur und Nutzerführung zu klären. Hier geht es um Usability, also die Benutzerfreundlichkeit. Denkt immer daran, der Nutzer muss sich intuitiv zurechtfinden. Fragt euch im Prüfungskontext immer, warum steht dieses Element genau hier? Was ist die Blickführung? In der Konzeption legt ihr die Regeln fest, nach denen ihr später gestaltet. Vielen Dank.

Gestaltungsgrundlagen: Typografie und Layout

Kommen wir zum Herzstück der Gestaltung. Typografie und Layout. Typografie ist viel mehr als nur eine Schriftart auszuwählen. Wir unterscheiden zwischen Mikrotypografie und Makrotypografie. Die Makrotypografie beschäftigt sich mit dem großen Ganzen. Wie ist der Satzspiegel aufgebaut? Wo stehen die Überschriften? Welches Spaltenlayout wird genutzt? Ein goldener Schnitt oder eine Drittelregel können hier helfen, harmonische Proportionen zu finden. Die Mikrotypografie geht ins Detail. Es geht um Laufweiten, Zeilenabstände, Unterschneidungen und die richtige Verwendung von Satzzeichen. In der Prüfung solltet ihr wissen, wann man eine Serifenschrift und wann eine serifenlose Schrift einsetzt. Serifenschriften wie die Times führen das Auge durch die Zeile und sind super für lange Lesetexte im Druck. Serifenlose Schriften wie die Areal wirken moderner und sind auf Bildschirmen oft besser lesbar. Achtet auf die Hierarchie! Eine klare Unterscheidung zwischen Headline, Subline und Fließtext ist Essenziel. Und vergesst den Weißraum nicht. Weißraum ist kein verschenkter Platz, sondern gibt den Inhalten Raum zum Atmen und strukturiert das Layout. Ein überladenes Design wirkt schnell unprofessionell. In der Prüfung müsst ihr begründen können, warum ihr euch für ein bestimmtes Gestaltungsraster entschieden habt. Das Raster ist euer unsichtbares Gerüst, das dafür sorgt, dass alles an seinem Platz bleibt.

Farbe bekennen: Farbmodelle und Management

Farbe ist Psychologie und Technik zugleich. Zuerst die Theorie. Der Farbkreis nach Itten ist ein Klassiker. Wisst ihr noch, was Komplementärfarben sind? Das sind die Farben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen, wie Blau und Orange. Sie erzeugen den stärksten Kontrast. Dann gibt es die technischen Farbmodelle. RGB und CMYK müsst ihr im Schlaf beherrschen. RGB steht für Rot, Grün und Blau. Das ist ein additives Farbmodell, das wir für alle selbstleuchtenden Medien nutzen, also Monitore und Smartphones. Wenn alle drei Farben mit voller Intensität übereinander liegen, entsteht Weiß. CMYK steht für Cyan, Magenta, Yellow und Key, also Schwarz. Das ist ein subtraktives Farbmodell für den Druck. Hier entsteht durch das Übereinanderlegen theoretisch Schwarz, praktisch eher ein dunkles Braun, weshalb wir das Key-Schwarz brauchen. Ein riesiges Thema für Mediengestalter ist das Farbmanagement. Warum sieht das Logo auf dem Monitor anders aus als auf dem Briefpapier? Das liegt an den unterschiedlichen Farbräumen. Der Lab-Farbraum ist hier der Vermittler, da er geräteunabhängig alle wahrnehmbaren Farben umfasst. In der Praxis nutzt ihr ICC-Profile wie zum Beispiel das ISO-Code V2 für gestrichenes Papier im Offset-Druck. Diese Profile sorgen dafür, dass die Farben über die gesamte Produktionskette hinweg so konsistent wie möglich bleiben.

Technik-Check: Bildformate und Druckvorstufe

Kein Design ohne Technik. In der Prüfung müsst ihr wissen, welche Dateiformate für welchen Zweck geeignet sind. Vektorgrafiken, meist als SVG, EGAI oder EPS, bestehen aus mathematischen Pfaden. Ihr könnt sie unendlich vergrößern, ohne dass sie verpixeln, perfekt für Logos. Pixelgrafiken wie JPEG, PNG oder TIFF bestehen aus einzelnen Bildpunkten. Wenn ihr sie vergrößert, werden sie unscharf. Ein wichtiger Wert ist die Auflösung. Für den hochwertigen Druck brauchen wir in der Regel 300 dpi, also Dots per Inch. Für das Web reichen oft 72 dpi, wobei moderne Retina-Displays auch mehr vertragen. Kommen wir zur Druckvorstufe. Wenn ihr ein Dokument für die Druckerei vorbereitet, müsst ihr den Anschnitt beachten. Meistens sind das 3 mm, die über das Endformat hinausgehen, damit beim Schneiden keine weißen Blitzer entstehen. Achtet auch auf die Dateiexportstandards. PDF-X ist hier das Zauberwort. PDF-X3 oder X4 sind Standards, die sicherstellen, dass Schriften eingebettet sind und die Farbräume stimmen. Ein Profitipp für die Prüfung. Erwähnt auch die Prozessstandard-Offset-Druck, kurz PSO. Das ist das Regelwerk nach dem Druckereienarbeiten, um eine gleichbleibende Qualität zu garantieren. Wenn ihr versteht, wie ein Bild vom Sensor der Kamera durch eure Gestaltung bis auf das Papier kommt, habt ihr diesen Teil der Prüfung im Sack.

Marketing und Kommunikationstheorie

Als Designer in der Konzeption seid ihr auch ein Stück weit Marketer. Ihr müsst verstehen, wie Werbung funktioniert. Ein Klassiker ist das AIDA-Modell. A für Attention, Aufmerksamkeit erregen, I für Interest, Interesse wecken, D für Desire, den Wunsch nach dem Produkt auslösen und A für Action, die Kaufhandlung oder den Klick herbeiführen. Wenn ihr ein Plakat entwerft, stellt euch die Frage, welches Element übernimmt welchen Teil von AIDA? Ein weiteres wichtiges Konzept ist der USP, der Unique Selling Proposition. Was ist das Alleinstellungsmerkmal des Produkts? Genau das müsst ihr gestalterisch hervorheben. Reden wir über Kommunikation. Das Sender-Empfänger-Modell von Shannon & Weaver ist simpel aber effektiv. Ein Sender schickt eine Nachricht über einen Kanal an einen Empfänger. Wenn der Kanal gestört ist, zum Beispiel durch ein zu kompliziertes Design, kommt die Nachricht nicht an. In der Designkonzeption geht es immer um die Botschaft. Wer ist die Marke? Was ist die Corporate Identity? Die CI ist das Selbstbild des Unternehmens. Das Corporate Design, also das, was wir gestalten, ist nur ein Teil davon. Daneben gibt es noch Corporate Culture und Corporate Communication. Alles muss zusammenpassen, um ein glaubwürdiges Image aufzubauen. In der Prüfung wird oft gefragt, wie eine bestimmte Gestaltung auf das Markenimage einzahlt. Bereitet euch darauf vor, eure visuellen Entscheidungen marketingtechnisch zu begründen.

Recht und Ordnung: Urheberrecht und DSGVO

Zum Schluss müssen wir über die Regeln sprechen. Das Urheberrecht ist für uns Mediengestalter lebenswichtig. Sobald eine Schöpfungshöhe erreicht ist, ist ein Werk automatisch geschützt. Das bedeutet, ihr dürft nicht einfach Bilder aus der Google-Suche für eure Entwürfe verwenden. Ihr braucht die Nutzungsrechte. Unterscheidet dabei zwischen einfachen und ausschließlichen Nutzungsrechten sowie zwischen zeitlich, räumlich oder inhaltlich beschränkten Rechten. Wenn ihr Stockfotos nutzt, lest das Kleingedruckte. Darf das Bild für Social Media genutzt werden? Muss der Urheber im Impressum genannt werden? Dann haben wir das Recht am eigenen Bild. Wenn ihr Personen fotografiert und das Bild veröffentlichen wollt, braucht ihr ein Model Release, also eine schriftliche Einverständniserklärung, es sei denn, es handelt sich um eine Person der Zeitgeschichte oder eine Beiwerkfunktion. Ein weiteres großes Thema ist die DSGV, die Datenschutzgrundverordnung. Wenn ihr eine Website konzipiert, müsst ihr an die Datensparsamkeit denken. Wo werden Nutzerdaten erhoben? Sind die Google-Fans lokal eingebunden, damit keine IP-Adressen ohne Zustimmung in die USA fließen? In der Prüfung solltet ihr zeigen, dass ihr für diese Themen sensibilisiert seid. Rechtliche Fehler können für Kunden teuer werden und als Experten müsst ihr sie davor bewahren. Das war unser Schnelldurchlauf durch die Prüfungsthemen. Geht die Kapitel ruhig nochmal durch, macht euch Notizen und verknüpft die Themen miteinander. Viel Erfolg bei eurer Abschlussprüfung zum Mediengestalter Designkonzeption. Ihr rockt das!