Wir erklären, wie das BFW Friedehorst Menschen nach gesundheitlichen Krisen den Weg zurück in den Arbeitsmarkt ebnet.
Podcast auf toknow hörenHerzlich willkommen bei toknow. Schön, dass Sie heute dabei sind. In dieser Folge beschäftigen wir uns mit einem Thema, das für viele Menschen eine echte zweite Chance bedeutet: dem beruflichen Neustart nach einer schweren Krankheit oder einem Unfall. Wenn der alte Job körperlich oder psychisch nicht mehr möglich ist, stellt sich die Frage, wie es weitergeht. Hier setzt die berufliche Rehabilitation an. Wir schauen uns heute ganz genau an, wie das Berufsförderungswerk Friedehorst in Bremen Menschen auf diesem Weg begleitet. In insgesamt acht Kapiteln führen wir Sie durch den gesamten Prozess. Wir klären zunächst, was ein Berufsförderungswerk überhaupt ausmacht und was das Besondere am Standort Friedehorst ist. Danach sprechen wir über die Diagnostik, die verschiedenen Umschulungsmöglichkeiten und die wichtige psychologische Unterstützung. Zum Schluss erfahren Sie, wie die Integration in den Arbeitsmarkt gelingt. Gehen wir es an.
Um zu verstehen, was Friedehorst im Kern leistet, müssen wir uns erst einmal anschauen, was ein Berufsförderungswerk überhaupt ist. In Deutschland gibt es ein ganzes Netzwerk dieser Einrichtungen, die meist einfach BFW genannt werden. Es handelt sich dabei um Kompetenzzentren für die berufliche Rehabilitation. Das klingt zunächst förmlich, aber die Mission dahinter ist ganz klar: Es geht um die Teilhabe am Arbeitsleben. Ein BFW ist die entscheidende Anlaufstelle für Menschen, die ihren bisherigen Job aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Ganz gleich, ob körperliche Einschränkungen oder psychische Belastungen der Grund sind, das Ziel bleibt dasselbe. Es geht darum, Menschen durch gezielte Qualifizierung einen dauerhaften Platz auf dem ersten Arbeitsmarkt zu sichern. Ein BFW bietet also weit mehr als eine einfache Umschulung, es ist ein Ort für den echten beruflichen Neuanfang.
Schauen wir uns nun genauer an, wo dieser Neustart eigentlich stattfindet. Das Berufsförderungswerk Friedehorst hat seinen Sitz im grünen Norden von Bremen, genauer gesagt im Stadtteil Lesum. Wer das Gelände zum ersten Mal betritt, merkt schnell, dass es sich hier nicht um ein anonymes Bürogebäude handelt. Das BFW ist nämlich eingebettet in das große soziale Netzwerk von Friedehorst. Das ist eine traditionsreiche diakonische Einrichtung, die weit mehr umfasst als nur die berufliche Rehabilitation. Auf dem weitläufigen, fast parkähnlichen Campus kommen Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensphasen zusammen, von der Seniorenpflege bis hin zur neurologischen Reha. Für die Teilnehmenden am BFW bedeutet das: Sie sind Teil einer lebendigen Gemeinschaft und profitieren von einer Infrastruktur, die voll und ganz auf Unterstützung ausgelegt ist. Dieser besondere Standort verbindet professionelle Ausbildung mit einer Atmosphäre, die viel Ruhe für die persönliche Neuorientierung bietet.
Bevor man sich in ein völlig neues Berufsleben stürzt, muss man erst einmal wissen, wo man eigentlich steht. In Friedehorst beginnt dieser Weg deshalb oft mit der sogenannten Diagnostik und Erprobung. Das klingt vielleicht erst mal nach einer strengen Prüfung, ist aber in Wirklichkeit eine wertvolle Orientierungshilfe. In dieser Phase schauen sich Experten gemeinsam mit den Teilnehmenden ganz genau an, welche Talente und Fähigkeiten vorhanden sind, aber auch, wo die persönlichen und gesundheitlichen Belastungsgrenzen liegen. Es geht darum, herauszufinden, welcher Beruf wirklich zum Einzelnen passt und auch langfristig ausgeübt werden kann. In verschiedenen Tests wird zum Beispiel geschaut, wie es um die Konzentration steht oder wie man mit komplexen Aufgaben umgeht. Am Ende steht kein einfaches Urteil, sondern ein klarer Plan, der Sicherheit gibt. So wird sichergestellt, dass die anschließende Qualifizierung genau dort ansetzt, wo die individuellen Stärken liegen.
Nachdem durch die Diagnostik klar ist, welcher Weg der richtige für dich ist, beginnt der eigentliche Kern des Ganzen: die Qualifizierung. Im Berufsförderungswerk Friedehorst wird dir eine riesige Bandbreite an Möglichkeiten geboten, um beruflich noch einmal ganz neu durchzustarten. Das Spektrum reicht dabei von klassischen kaufmännischen Berufen über IT-Spezialisierungen bis hin zu Tätigkeiten im sozialen Bereich oder in der Verwaltung. Dabei geht es nicht um trockenes Büffeln wie früher in der Schule. Die Lernformen sind modern und sehr praxisnah gestaltet. Du lernst in überschaubaren Gruppen und wirst individuell von Ausbildern begleitet, die genau wissen, worauf es heute in der Wirtschaft ankommt. Ob eine komplette zweijährige Umschulung mit Abschluss vor der Handelskammer oder eine gezielte Weiterbildung – das Ziel ist immer ein anerkannter Abschluss. So wirst du Schritt für Schritt fit gemacht für die Anforderungen des Arbeitsmarktes.
Eine Umschulung ist weit mehr als nur das Lernen von neuem Fachwissen oder das bloße Büffeln für Prüfungen. Wer nach einer schweren Krankheit oder einem Unfall beruflich neu durchstartet, bringt oft einen Rucksack voller ganz unterschiedlicher Herausforderungen mit. Genau hier setzt das ganzheitliche Konzept von Friedehorst an. Es geht nicht nur darum, was fachlich vermittelt wird, sondern wie es dem Menschen als Ganzes geht. Dafür gibt es die sogenannten begleitenden Dienste, die wie ein Sicherheitsnetz funktionieren. Der medizinische Dienst ist direkt vor Ort und unterstützt bei gesundheitlichen Fragen im Alltag. Gleichzeitig hilft der psychologische Dienst dabei, mit Stress umzugehen oder neues Selbstvertrauen für den Arbeitsmarkt aufzubauen. Und wenn es mal brennt, berät der soziale Dienst bei praktischen Problemen, etwa im Umgang mit Behörden oder bei privaten Sorgen. Diese Rundum-Betreuung stellt sicher, dass der Weg zurück in den Beruf wirklich nachhaltig gelingt.
Die beste Qualifizierung nützt wenig, wenn am Ende der Übergang in den Job nicht gelingt. Deshalb ist die Ausbildung im Berufsförderungswerk Friedehorst von Anfang an extrem praxisnah gestaltet. Ein ganz entscheidender Baustein sind dabei die betrieblichen Lernphasen. Das sind Praktika in echten Unternehmen, bei denen die Teilnehmenden ihr neues Wissen direkt unter Beweis stellen können. Oft ist das schon der erste Fuß in der Tür für eine spätere Übernahme. Aber das BFW tut noch mehr: Ein engagiertes Team unterstützt ganz individuell bei der Jobsuche. Das reicht vom professionellen Bewerbungstraining bis hin zur Kontaktvermittlung zu regionalen Arbeitgebern. Friedehorst verfügt über ein riesiges Netzwerk in der Wirtschaft und weiß genau, wo Fachkräfte gesucht werden. So wird aus der Umschulung am Ende eine echte Chance auf einen dauerhaften Arbeitsplatz, der wirklich zum eigenen Leben passt.
Fassen wir zum Abschluss noch einmal zusammen. Das Berufsförderungswerk Friedehorst in Bremen-Lesum ist weit mehr als eine reine Ausbildungsstätte. Es ist ein Ort für einen echten Neuanfang, wenn die Gesundheit den bisherigen Lebensweg unterbrochen hat. Wir haben gesehen, dass alles mit einer individuellen Analyse der Stärken beginnt und durch eine enge Begleitung aus Medizin, Psychologie und Sozialberatung gestützt wird. Das Ziel ist klar: eine praxisnahe Qualifizierung, die den Weg zurück in den Arbeitsmarkt ebnet. Ob Umschulung oder Integration, im Zentrum steht immer der Mensch mit seinen ganz eigenen Möglichkeiten. Vielleicht konnte diese Folge Ihnen oder jemandem in Ihrem Umfeld zeigen, dass ein beruflicher Umbruch kein Ende, sondern eine neue Perspektive sein kann. Vielen Dank fürs Zuhören bei dieser Ausgabe von toknow. Wir hoffen, Sie konnten wertvolle Impulse mitnehmen und sagen bis zum nächsten Mal.