Klimawandel verstehen

Eine umfassende Reise durch die Ursachen, Mechanismen und Lösungen der Klimakrise.

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Willkommen bei toknow

Willkommen bei Togno. Heute beschäftigen wir uns mit einem Thema, das uns alle betrifft, egal wo wir leben oder was wir tun, dem Klimawandel. Wir schauen uns das Ganze heute mal ganz systematisch an, damit ihr wirklich versteht, was da draußen passiert und warum das so komplex ist. Wir schauen uns folgende Themen an, erstens den Treibhauseffekt als physikalische Grundlage, zweitens die Hauptverursacher wie CO2 und Methan, Drittens die Auswirkungen auf die Ozeane und das ewige Eis Viertens die Zunahme von Extremwetterereignissen Fünftens das gefährliche Konzept der Kipppunkte im Klimasystem Sechstens die Rolle von Politik und Industrie Und siebtens was wir ganz persönlich im Alltag bewegen können Mein Ziel ist es, dass ihr nach dieser Folge nicht nur wisst, dass es wärmer wird, sondern auch versteht, wie die Rädchen ineinander greifen Wir haben viel vor, also legen wir direkt los.

Der Treibhauseffekt einfach erklärt

Bevor wir über Probleme sprechen, müssen wir über Physik sprechen, aber keine Sorge, ich mache es anschaulich. Stellt euch ein Auto vor, das im Sommer in der prallen Sonne steht. Die Sonnenstrahlen dringen durch die Glasscheiben ins Innere ein. Dort treffen sie auf die Sitze und das Armaturenbrett, werden absorbiert und in Wärme umgewandelt. Diese Wärme will nun wieder nach draußen, aber das Glas lässt sie nicht so einfach weg wie das Licht vorher. Das Auto heizt sich auf. Genau das passiert mit unserer Erde, nur dass die Glasscheibe hier unsere Atmosphäre ist. Ein gewisser Anteil an Treibhauseffekt ist eigentlich super. Ohne ihn lege die Durchschnittstemperatur auf der Erde bei etwa minus 18 Grad Celsius. Wir würden schlichtweg erfrieren. Die Gasse in unserer Atmosphäre wirken wie eine Schutzschicht, die die Wärme der Sonne genau richtig dosiert bei uns behält. Das Problem ist aber, dass wir diese Glasscheibe gerade massiv dicker machen. Wir pumpen Unmengen an Gasen in die Luft, die dafür sorgen, dass immer weniger Wärme ins Weltall entweichen kann. Die Erde bekommt quasi einen Hitzestau. Wenn wir also vom menschengemachten Klimawandel sprechen, meinen wir diesen zusätzlichen Effekt, den wir durch unsere Lebensweise verursachen. Wir verändern die chemische Zusammensetzung der Luft zu stark, das die natürliche Balance gibt.

Die Übeltäter: CO2, Methan und Co.

Wenn wir über die Ursachen sprechen, fällt meistens sofort ein Begriff. CO2 oder Kohlendioxid. Es ist das bekannteste Treibhausgas, weil wir es in gigantischen Mengen produzieren. Jedes Mal, wenn wir Kohle, Erdöl oder Erdgas verbrennen, um Strom zu erzeugen, Auto zu fahren oder unsere Wohnungen zu heizen, wird CO2 frei, das Millionen von Jahren im Boden gespeichert war. Aber CO2 ist nicht der einzige Akteur auf dieser Bühne. Ein weiterer wichtiger Player ist Methan. Methan ist chemisch gesehen viel aggressiver als CO2. Man kann es sich so vorstellen, wenn CO2 eine dünne Decke ist, dann ist Methan eine schwere Daunendecke. Es hält die Wärme etwa 25 bis 80 mal stärker zurück als CO2, je nachdem, welchen Zeitraum man betrachtet. Wo kommt das her? Vor allem aus der Massentierhaltung, beim Reisanbau und durch Lecks in Gasleitungen. Und dann gibt es noch Lachgas, das vor allem durch Düngemittel in der Landwirtschaft entsteht. Das Tückische an diesen Gasen ist ihre Langlebigkeit. CO2 bleibt teilweise jahrhundertelang in der Atmosphäre. Das bedeutet, selbst wenn wir heute sofort aufhören würden, Abgase zu produzieren, würde die Erwärmung noch lange Zeit weitergehen. Wir arbeiten also gerade gegen ein gigantisches Gedächtnis der Atmosphäre an. Ein weiterer Punkt ist die Entwaldung. Bäume sind quasi natürliche Staubsauger für CO2. Wenn wir Wälder abholzen oder abbrennen, verlieren wir nicht nur diese Staubsauger, sondern setzen das im Holz gespeicherte CO2 auch noch zusätzlich frei. Es ist also eine doppelte Belastung für unser Klima.

Eis und Ozeane: Der sterbende Kühlschrank

Kommen wir zu den Folgen, die wir heute schon beobachten können. Die Arktis und die Antarktis sind wie die Kühlschränke unseres Planeten. Aber diese Kühlschränke tauen ab. Wenn das Eis an den Polen schmilzt, hat das zwei dramatische Effekte. Erstens, der Meeresspiegel steigt. Das Eis auf Grönland und in der Antarktis liegt auf Land. Wenn das schmilzt und ins Meer fließt, ist das so, als würde man zusätzliche Eiswürfel in ein bereits volles Glas Wasser werfen. Das Wasser läuft über. Küstenstädte und Inselstaaten sind dadurch direkt bedroht. Zweitens verlieren wir durch das Schmelzende als den sogenannten Albedo-Effekt. Albedo ist ein lateinisches Wort für Weisheit. Weiße Flächen, wie Schnee und Eis, reflektieren das Sonnenlicht wie ein Spiegel zurück ins All. Wenn das Eis schmilzt, kommt darunter dunkles Meerwasser oder dunkler Boden zum Vorschein. Dunkle Flächen aber reflektieren nicht, sie absorbieren die Wärme. Das Wasser heizt sich also noch schneller auf, was wiederum noch mehr Eis schmelzen lässt. Es ist ein Teufelskreis. Zudem schlucken die Ozeane einen großen Teil des CO2 aus der Luft. Das klingt erstmal gut, führt aber zur Versauerung der Meere. Das CO2 reagiert mit dem Wasser zu Kohlensäure. Das ist schlecht für Korallenriffe und Muscheln, deren Kalkschalen sich in saurem Wasser buchstäblich auflösen. Wenn die Korallen sterben, bricht die gesamte Nahrungskette im Ozean zusammen, was am Ende auch uns Menschen betrifft, die wir vom Fischfang lieben.

Wetterextreme: Wenn die Natur ausschlägt

Vielleicht habt ihr es selbst schon bemerkt, das Wetter scheint irgendwie extremer zu werden. Das ist kein subjektiver Eindruck, sondern physikalisch logisch. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. Pro Grad Erwärmung sind das etwa 7% mehr Wasserdampf. Wenn es dann regnet, kommt oft viel mehr Wasser auf einmal runter. Das führt zu verheerenden Sturzfluten und Überschwemmungen, wie wir sie leider immer öfter erleben. Auf der anderen Seite führt die Hitze dazu, dass Böden schneller austrocknen. Wir bekommen längere und intensivere Dürreperioden. Das Wasser verdunstet, aber es regnet nicht dort, wo es gebraucht wird. Ein weiteres Problem ist der Jetstream. Das ist ein starker Windstrom in großer Höhe, der normalerweise unsere Wettersysteme von West nach Ost über den Planeten schiebt. Durch die Erwärmung der Arktis wird dieser Windstrom schwächer und fängt an zu schlingern. Die Folge Hochdruckgebiete oder Tiefdruckgebiete bleiben viel länger an einem Ort hängen. Eine Hitzewelle dauert dann nicht mehr drei Tage, sondern drei Wochen. Ein Regengebiet regnet sich tagelang über derselben Region ab. Diese mangelnde Dynamik in der Atmosphäre macht Wetterereignisse gefährlicher, weil sie stationär werden. Wir sprechen hier nicht mehr von einem abstrakten Problem in der Zukunft, sondern von einer realen Bedrohung für unsere Landwirtschaft, unsere Infrastruktur und unsere Gesundheit im Hier und Jetzt.

Die gefährlichen Kipppunkte

In der Klimaforschung gibt es einen Begriff, der vielen Wissenschaftlern wirklich Sorgen bereitet, die Kipppunkte. Stellt euch ein Kanu vor, dass ihr langsam zur Seite neigt. Erst passiert nicht viel, das Boot schwankt ein bisschen, kommt aber immer wieder in die aufrechte Position zurück. Aber ab einem ganz bestimmten Punkt, dem Kipppunkt, reicht ein winziger Millimeter mehr und das Boot schlägt schlagartig um. Es gibt kein Zurück mehr, egal wie sehr man sich anstrengt. Solche Kipppunkte gibt es auch in unserem Erdsystem. Ein Beispiel ist der Permafrostboden in Sibirien und Kanada. Das ist Boden, der seit Jahrtausenden tiefgefroren ist. In diesem Boden lagern gigantische Mengen an Methan und CO2. Wenn es nun so warm wird, dass dieser Boden großflächig auftaut, werden diese Gase schlagartig frei. Das würde die Erwärmung so massiv beschleunigen, dass wir Menschen kaum noch eine Chance hätten, das Ganze durch eigene Einsparungen zu stoppen. Ein anderer Kipppunkt ist der Amazonas-Regenwald. Wenn dort zu viel abgeholzt wird und es zu trocken wird, kann sich der Wald nicht mehr selbst regenerieren und stirbt großflächig ab. Dann wird aus dem Regenwald eine Savanne und der riesige CO2-Speicher verwandelt sich in eine CO2-Quelle. Das Gefährliche an diesen Punkten ist, dass wir nicht genau wissen, wo sie liegen. Wir wissen nur, dass wir uns ihnen mit jeder Tonne CO2, die wir ausstoßen, weiter nähen. Es ist wie eine Fahrt im Nebel auf eine Klippe zu.

Was die Politik tun muss

Oft hört man, was bringt es, wenn ich mich einschränke, während die großen Industrien weitermachen wie bisher. Das ist eine berechtigte Frage, die uns zur Rolle der Politik und Wirtschaft führt. Der Klimawandel ist ein globales Problem, das auch globale Regeln braucht. Ein wichtiges Instrument ist die CO2-Bepreisung. Wenn es Geld kostet, die Atmosphäre als Mülldeponie für Abgase zu benutzen, wird es für Unternehmen wirtschaftlich attraktiv, in saubere Technologien zu investieren. Wir brauchen den massiven Ausbau von Windkraft und Solarenergie, um weg von Kohle und Gas zu kommen. Aber es geht auch um Subventionen. Momentan werden fossile Brennstoffe weltweit noch mit Milliardenbeträgen unterstützt. Würde man dieses Geld in den öffentlichen Nahverkehr oder in die Forschung für grünen Wasserstoff stecken, wären wir schon viel weiter. Die Politik muss den Rahmen setzen, in dem nachhaltiges Verhalten einfach und günstig wird, während klimaschädliches Verhalten teuer und kompliziert wird. Das nennt man ordnungspolitische Flankierung. Es geht nicht darum, alles zu verbieten, sondern die richtigen Anreize zu setzen. Ein weiterer Punkt ist die internationale Zusammenarbeit. Das Pariser Klimaabkommen war ein historischer Schritt, weil sich fast alle Länder der Welt auf das Ziel geeinigt haben, die Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad, idealerweise 1,5 Grad, zu begrenzen. Die Herausforderung ist jetzt, dass aus diesen Versprechen auch Taten folgen.

Der eigene Fußabdruck und Handabdruck

Jetzt kommen wir zu euch. Was kann jeder Einzelne tun? Oft wird vom ökologischen Fußabdruck gesprochen. Das sind die klassischen Tipps, weniger Fleisch essen, mehr Fahrrad fahren, seltener fliegen und die Wohnung nicht auf 25 Grad heizen. Und ja, das ist wichtig. Die Summe vieler kleiner Entscheidungen macht einen Unterschied. Wenn Millionen Menschen ihren Fleischkonsum reduzieren, reagiert der Markt. Aber es gibt noch ein zweites Konzept, das ich fast noch wichtiger finde, den ökologischen Handabdruck. Während der Fußabdruck misst, welchen Schaden wir anrichten, misst der Handabdruck, wie viel Gutes wir bewirken, indem wir das System verändern. Das bedeutet zum Beispiel, in die Politik gehen, in eine Bürgerenergiegenossenschaft mitmachen, den Arbeitgeber davon überzeugen, auf Ökostrom umzustellen oder im Freundeskreis Aufklärung betreiben. Wir müssen nicht nur unseren eigenen Konsum optimieren, sondern auch Strukturen verändern. Ein Beispiel, es ist toll, wenn ihr mit dem Rad fahrt, aber es ist noch besser, wenn ihr euch dafür einsetzt, dass in eurer Stadt sichere Radwege gebaut werden, damit auch andere umsteigen können. Der Hebel ist dort viel größer. Es geht also um eine Mischung aus persönlicher Verantwortung und politischem Engagement. Niemand muss perfekt sein, aber wir müssen alle anfangen, die Richtung zu ändern.

Zusammenfassung und Abschied

Wir sind am Ende unserer heutigen Folge von Togno angelangt. Wir haben gesehen, dass der Treibhauseffekt an sich lebensnotwendig ist, wir ihn aber durch CO2 und Methan gefährlich verstärken. Wir haben gelernt, wie schmelzend es als den Meeresspiegel steigen lässt und warum Extremwetterereignisse durch die Erwärmung der Atmosphäre und das Schlingern des Jetstreams zunehmen. Wir haben über die unheimlichen Kipppunkte gesprochen, die unser Klima dauerhaft aus dem Gleichgewicht bringen könnten, und wir haben festgestellt, dass sowohl die große Politik als auch unser persönliches Handeln entscheidend sind. Das Wichtigste, was ihr mitnehmen solltet, der Klimawandel ist kein Schicksal, das einfach über uns hereinbricht. Es ist das Ergebnis menschlichen Handelns und das bedeutet im Umkehrschluss, dass wir es auch sind, die das Ruder noch rumreißen können. Es ist eine gewaltige Aufgabe, ja, aber wir haben die Technologien und das Wissen, um sie zu bewältigen. Vielen Dank fürs Zuhören bei Tocno. Ich hoffe, ihr konntet heute einige Zusammenhänge besser verstehen. Bleibt neugierig und bis zum nächsten Mal.