toknow — Farbe, Licht und Druckvorstufe

Ein umfassender Guide zu Farbmodellen, Farbräumen, Sonderfarben und dem professionellen Druck-Workflow für die Mediengestaltung.

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Willkommen bei toknow

Willkommen bei Tocno. Heute beschäftigen wir uns mit der Welt der Farben und der Druckvorstufe, ein Thema, das jeden Mediengestalter von der ersten Skizze bis zum fertigen Printprodukt begleitet. Wir schauen uns heute alle wichtigen Grundlagen an, die du für deine Klausur und die Praxis brauchst. Unser Farbplan sieht so aus. Erstens klären wir die Grundlagen der Farbmodelle RGB und CMYK. Zweitens schauen wir uns das HSB-Modell an, das sich am menschlichen Empfinden orientiert. Drittens tauchen wir tief in die wissenschaftliche Welt der CIE-Systeme ein, also das Normvalenzsystem und den Lab-Farbraum. Viertens besprechen wir das Thema Farbumfang, also den Gamut, und wie man Farben mit Rendering Intents umrechnet. Fünftens geht es um Sonderfarben wie HKS, Pantone und RAL. Sechstens besprechen wir technische Begriffe wie Überdrucken und das Vermeiden von Blitzern. Und siebtens gehen wir den kompletten Workflow durch, von der RAW-Datei über InDesign bis hin zum fertigen PDF-X. Wir haben heute viel vor, also schnapp dir einen Kaffee und lass uns direkt loslegen.

Die Basis: RGB versus CMYK

Bevor wir in die komplexe Mathematik von Farbräumen einsteigen, müssen wir die beiden Klassiker verstehen, RGB und CM-PSylunker. Das sind sogenannte Farbmodelle. Ein Farbmodell beschreibt Farben mithilfe von Formeln und geometrischen Modellen. Man setzt Farben zueinander in Beziehung, um sie berechenbar zu machen. Das RGB-Modell steht für Rot, Grün und Blau. Das ist ein System, das sich an herstellungstechnischen Kriterien orientiert, konkret an Geräten, die Licht imitieren. Dein Monitor, dein Smartphone oder auch eine Digitalkamera arbeiten mit RGB. Wir sprechen hier von der additiven Farbmischung. Wenn du alle drei Farben mit voller Intensität übereinanderlegst, erhältst du Weiß. Stell dir drei Taschenlampen in diesen Farben vor, die du auf eine Wand richtest. Das ist wichtig f die Klausur RGB ist ger Das bedeutet das gleiche RGB sieht auf einem billigen Monitor anders aus als auf einem Profi Auf der anderen Seite haben wir CMYK Das steht f Cyan Magenta Yellow und Key, was meistens schwarz ist. Das ist das Modell für den Druck. Hier nutzen wir die subtraktive Farbmischung. Die Druckfarben wirken wie Filter auf dem weißen Papier und nehmen dem reflektierten Lichtteile weg. Wenn man alle Farben mischt, wird es theoretisch schwarz in der Praxis eher ein schmutziges Dunkelbraun, weshalb wir das K, also schwarz, als zusätzliche Tiefe brauchen. Auch CMYK ist geräteabhängig, weil das Ergebnis extrem davon abhängt, ob du auf glänzendem Fotopapier oder auf rauem Zeitungspapier druckst. Merk dir den Begriff Farbvalenz. Das ist die Bewertung eines Farbreizes durch unsere Augen, konkret durch unsere Zapfen für Orange-Rot, Grün und Violett-Blau. RGB und CM-Psylon-K versuchen im Grunde nur, diese Reize technisch nachzubauen.

HSB — Farbe wie wir sie fühlen

Kommen wir zu einem Farbmodell, das oft unterschätzt wird, aber für die Gestaltung extrem intuitiv ist. HSB. Das steht für Hue, Saturation und Brichtness. Auf Deutsch? Farbton, Sättigung und Helligkeit. Im Gegensatz zu RGB oder CMYK orientiert sich HSB nicht an der Technik, sondern am menschlichen Farbempfinden. Wenn ich dich frage, beschreib mir mal ein kräftiges Dunkelblau, dann denkst du nicht in Prozentwerten von Cyan und Magenta. Du denkst, okay, der Farbton ist blau. Er ist sehr gesättigt, also kräftig. Und er ist eher dunkel. Genauso funktioniert HSB. Der Farbton, also Hue, wird in Grad angegeben, von 0 bis 360 auf einem Farbkreis. Die Sättigung und die Helligkeit werden in Prozent angegeben. Eine Sättigung von 100% bedeutet, dass die Farbe maximal rein und leuchtend ist. Sie kann nicht mehr gesteigert werden. Wenn die Sättigung gegen Null geht, landen wir bei Grau. Die Helligkeit gibt an, wie viel Lichtenergie quasi mitschwingt. Ein wichtiger Punkt für die Prüfung. Es gibt sehr ähnliche Systeme wie HSV oder HSL. Aber HSB ist das, was wir meistens in Photoshop finden. Es ist deshalb so praktisch, weil man damit sehr schnell harmonische Farbreihen erstellen kann, indem man zum Beispiel den Farbton beibehält und nur die Helligkeit oder Sättigung variiert. Das wirkt für das menschliche Auge sofort stimmig.

CIE-Systeme — Die Wissenschaft der Farbe

Jetzt wird es etwas theoretischer, aber bleib dran, denn das ist das Herzstück des Farbmanagements. Wir sprechen über die CIE, die Internationale Beleuchtungskommission. Die haben 1931 das sogenannte CIE-Norm-Valenzsystem entwickelt. Du kennst bestimmt diese Grafik, die aussieht wie eine Schuhsohle oder ein Hufeisen. Das ist ein Farbmaßsystem, das auf echten Messungen basiert. Das Besondere daran ist, es ist geräteunabhängig. Es enthält alle für den Menschen sichtbaren Farben. Man bestimmt einen Farbort durch drei Größen, den Farbton an der Außenlinie, die Sättigung durch die Entfernung von der Mitte und die Helligkeit als vertikale Ebene. Aber dieses System hatte ein Problem. Die Abstände in der Grafik entsprachen nicht dem, was wir als Farbunterschied wahrnehmen. Hier kommen die McAdam Ellipsen ins Spiel Das sind Bereiche im Farbraum in denen das Auge keinen Unterschied zwischen Farben erkennt In der Schuhsohle sind diese Bereiche unterschiedlich gro Um das zu l wurde 1976 das CIE entwickelt Man hat die Schuhsohle mathematisch so verbogen, dass die McAdame Lipsen zu kreisen wurden. LAP ist heute der Standard. L steht für Luminanz, also Helligkeit, von 0 bis 100. Die A-Achse geht von grün zu rot und die B-Achse von blau zu gelb. Das ist absolut wichtig für die Klausur. Lab ist die Basis für jede Farbumrechnung. Wenn Photoshop von RGB nach CMpsilon K konvertiert, passiert das im Hintergrund immer über den Lab-Farbraum als neutrale Zwischenstation. Und noch ein Begriff für die Prüfung, Delta E. Das ist der mathematische Farbabstand. Damit können wir objektiv sagen, wie stark sich zwei Farben unterscheiden. Ein Delta E von 1 ist die Grenze, ab der ein Profi einen Unterschied sieht.

Gamut und Rendering Intents

Wenn wir über Farbräume sprechen, fällt immer wieder der Begriff Gamut. Das ist der Farbumfang. Stell dir den Gamut wie einen Koffer vor. Der CE-Lab-Koffer ist riesig. Da passt alles rein, was wir sehen können. Der RGB-Koffer für den Monitor ist schon kleiner. Und der CMYK-Koffer für den Druck ist im Vergleich dazu winzig. Wenn wir jetzt ein Bild von RGB nach CMYK konvertieren, müssen wir Farben aus einem großen Koffer in einen kleinen quetschen. Das nennen wir Gamut Mapping. Und wie wir das machen, entscheiden die Rendering in Tense. Das ist ein klassisches Klausurthema. Es gibt vier davon. Airstense, Perceptive. Hier werden alle Farben so umgerechnet, dass die visuellen Beziehungen erhalten bleiben. Das Bild wirkt natürlich, auch wenn sich die Farben technisch ändern. Das ist meistens die beste Wahl für Fotos. Zweitens. Sadegang. Hier geht es nur darum, die Farben knallig zu halten, egal ob sie genau stimmen. Das nutzt man für Geschäftsgrafiken wie Tortendiagramme. Drittens. Relativ farbmetrisch. Hier werden Farben, die im Zielfarbraum darstellbar sind, exakt 1 zu 1 übernommen. Farben, die außerhalb liegen, werden auf die Kante des Farbraums geschoben. Der Weißpunkt des Papiers wird hier berücksichtigt. Und viertens, absolut farbmetrisch. Das nutzt man eigentlich nur für Digital-Proofs, um zu simulieren, wie eine Farbe auf einem ganz bestimmten Papier wirkt, inklusive der Papierfarbe selbst.

Sonderfarben — HKS, Pantone und RAL

Manchmal reicht CMYK einfach nicht aus. Wenn du ein Logo hast, das ein extrem leuchtendes Orange braucht, oder wenn ein Unternehmen weltweit exakt die gleiche Hausfarbe will, dann nutzen wir Sonderfarben, auch Schmuckfarben oder Volltonfarben genannt. Der Vorteil, sie werden als fertig gemischte Farbe in die Druckmaschine gefüllt. Du druckst also nicht vier Punkte übereinander, sondern nimmst direkt den richtigen Eimer Farbe. Es gibt drei große Systeme, die du kennen musst. HKS ist ein deutsches System. Die Abkürzung steht für die Hersteller Hostmann-Steinberg, KAST plus Ehinger und Schminke. HKS ist toll, weil es verschiedene Fächer für verschiedene Papiere gibt. K für Kunstdruck, also gestrichenes Papier, N für Naturpapier, Z für Zeitungspapier und E für Endlos. Das Ziel von HKS ist, dass die Farbe auf allen Papieren möglichst gleich aussieht, indem die Rezeptur angepasst wird. Dann gibt es Pantone aus den USA. Pantone macht es anders. Es gibt eine Rezeptur, aber im Fächer siehst du, wie unterschiedlich diese eine Farbe auf gestrichenem, also Kot, und ungestrichenem, also unkotet Papier wirkt. Pantone ist der Weltmarktstandard. Dann gibt es noch RAL. Das kennst du vielleicht vom Lackieren deines Fahrrads oder von Fensterrahmen. RL Classic ist eine Farbsammlung für Lacke und Anstriche, weniger für den klassischen Grafikdruck, aber oft wichtig für das Branding von Gebäuden oder Fahrzeugen. Ein Profitipp für die Prüfung. Es gibt auch den 6- oder 7-Farbendruck, wie Hexachrom von Pantone. Da nimmt man CMYK und packt zum Beispiel Orange und Grün dazu, um den Gamut, also den Farbumfang, massiv zu erweitern. Das nutzt man oft im hochwertigen Verpackungsdruck.

Druckvorstufe — Überdrucken und Blitzer

In der Druckvorstufe gibt es ein paar technische Fallen, die man kennen muss. Eine davon sind Blitzer. Blitzer entstehen, wenn die Druckplatten in der Maschine nicht hundertprozentig passgenau übereinander liegen. Wenn du zum Beispiel einen blauen Kreis auf einem gelben Hintergrund hast und die Maschine minimal wackelt, blitzt das weiße Papier dazwischen hervor. Um das zu verhindern, nutzen wir zwei Techniken, Überdrucken und Überfüllen, im englischen Overprint und Cantor Trapping. Beim Überdrucken sagst du der Software. Drucke die obere Farbe einfach über die untere, anstatt die untere Farbe an dieser Stelle auszusparen. Das macht man oft bei schwarzem Text auf farbigem Grund. Schwarz wird fast immer auf Überdrucken gestellt, weil es so dunkel ist, dass man die Farbe darunter nicht sieht. Wenn man aber zwei helle Farben hat, würde sich beim Überdrucken eine neue Mischfarbe bilden. Da nutzt man dann das Überfüllen. Man macht das obere Objekt minimal größer, sodass es die Kante des unteren Objekts überlappt. So hat die Druckmaschine ein bisschen Spielraum und es entstehen keine weißen Ränder. Das ist ein ganz zentrales Thema für die Dateivorbereitung, besonders wenn du Schuber oder komplexe Verpackungen gestaltest, wo viele Farbflächen aufeinandertreffen.

Der Profi-Workflow — Von RAW zum PDF-X

Lass uns den Weg eines Bildes durch den Produktionsprozess verfolgen. Alles beginnt oft mit einer RAW-Datei aus der Kamera. RAW ist kein fertiges Bild, sondern Rohdaten, quasi das digitale Negativ. Diese Datei hat den größten Farbumfang. Diese Datei öffnen wir in einem Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop und speichern sie als PSD oder TIFF. Hier arbeiten wir im RGB-Modus, idealerweise in einem großen Farbraum wie Adobe RGB, damit wir keine Farbinformationen verlieren. Wenn die Retusche fertig ist, platzieren wir das Bild in einem Layout-Programm wie InDesign. In InDesign führen wir alles zusammen, Bilder, Vektorgrafiken aus Illustrator und Texte. Der entscheidende Schritt ist der Export in ein druckfähiges PDF. Für die Klausur musst du die PDF-X-Standards kennen. PDF-X steht für X-Change. Es ist eine Untergruppe des PDF-Formats, die alles verbietet, was im Druck Probleme macht. Zum Beispiel dürfen keine Schriften fehlen und keine interaktiven Elemente wie Videos enthalten sein. Der Klassiker ist PDF-X1A, das nur CMYK und Sonderfarben erlaubt. Moderner ist PDF-iX3, das auch farbmanagementfähige Daten wie RGB erlaubt, und der heutige Standard ist oft PDF-X4. Letzteres kann sogar mit Transparenzen umgehen, ohne dass sie vor dem Export flachgerechnet werden müssen. Ein druckfähiges PDF braucht außerdem Anschnitt, also den sogenannten Beschnitt von meistens 3 mm, damit beim Schneiden der Drucksache keine weißen Blitzer an den Außenkanten entstehen. Wenn du das alles beachtest, kann in der Druckerei eigentlich nichts mehr schief gehen.

Zusammenfassung und Prüfungstipps

Wir sind am Ende unserer Reise durch die Welt der Farben angekommen. Fassen wir das Wichtigste für deine Prüfung zusammen. 1. Kenne den Unterschied zwischen additiver Lichtmischung bei RGB und subtraktiver Farbmischung bei CMYK. 2. Merk dir, dass HSB auf dem menschlichen Empfinden basiert, während CIE-LARP das mathematische Bindeglied und Geräte unabhängig ist. Der Wert Delta I beschreibt dabei den Farbabstand. Drittens. Sonderfarben wie HKS und Pantone sind keine Mischfarben aus CMYK, sondern fertige Farbtöne. HKS passt die Rezeptur ans Papier an, Pantone zeigt die Wirkung auf unterschiedlichem Papier. Viertens. In der Druckvorstufe verhindern wir Blitzer durch Überdrucken und Überfüllen. Und 5. Ein professioneller Workflow nutzt den PDF-X-Standard für eine sichere Ausgabe. Wenn du gefragt wirst, wann Sonderfarben sinnvoll sind, immer dann, wenn die Corporate Identity eine exakte Farbe verlangt, wenn man Druckgänge sparen will, zum Beispiel nur eine Farbe statt 4, oder wenn der gewünschte Farbton außerhalb des CMYK-Garmuts liegt. Schau dir unbedingt nochmal die Namen der HKS-Fächer an, K, N, Z und E, das wird oft gefragt. Ich hoffe, dieser Überblick hilft dir bei deiner Vorbereitung. Viel Erfolg bei der Klausur und bis zum nächsten Mal bei TOCNO.